Corps - die besondere Art der Studentenverbindungen

Wir schreiben das 18. Jahrhundert. Der Niedergang der bisherigen Landsmannschaften und Orden Ende des 18. Jahrhunderts hinterließ im studentischen Gemeinschaftsleben zunächst eine gewisse Leere. Doch nach den politischen Vorfällen bis 1803 entstand eine neue Verbindungsart, die "konstituierten" Landsmannschaften. Nach und nach wurde der Name Corps für diese neue Verbindungsart üblich. In ihnen waren Überlieferungen der vergangenen Zeit vorhanden. Das Rekrutierungssystem nach Heimatländern der Studenten wurde übernommen. Dabei durfte jeder Bund nur aus einem bestimmten Teil Deutschlands bzw. des Auslandes neue Mitglieder aufnehmen. Diese Heimatländer gaben den Verbindungen dann auch den Namen. Da solche Aufteilung an verschiedenen Orten stattfand, traten dieselben Namen der Landsmannschaften bzw. Corps mehrmals auf. Im Gegensatz zu früher konnte nicht jeder Student bei "seiner" Landsmannschaft eintreten, die Corps suchten sich ihre Mitglieder selbst aus und hielten den "engeren" Bund in einem kleinen Rahmen. Die feste Organisation des inneren Aufbaus wurde jedoch beibehalten und es wurden "Konstitutionen" geschaffen. Ihre Einhaltung mußte der Rezipient mit einem feierlichen Gelöbnis versprechen.

Der größte Unterschied zu den alten Landsmannschaften und Orden bestand jedoch in den Zwecken und Zielen. Man wollte unter ausdrücklicher Ablehnung aller politischen Tendenzen nicht nur ein Freundschaftsbund Auserwählter sein, denen Heimat- und Vaterlandstreue selbstverständlich waren, man setzte sich vor allem die Pflege des honorigen Burschentums zur Aufgabe. Es lag hier vieles im Argen. Nicht nur waren kriminelle Vergehen der Studenten keineswegs selten, es ließ auch der studentische Umgangston vieles zu wünschen übrig. Die Corps legten die allgemein verbindlichen Regeln für das Burschenverhältnis auf der Universität schriftlich fest und machten sie auch anderen Studenten zugänglich. Besonders schlimme Beleidigungen wurden unter Strafe gestellt, das wilde Duell, Rencontre, wurden abgeschafft, es wurde ein Komment für jedes Duell geschaffen. Auch wurde das Verhältnis der Corps untereinander gegenüber anderen Studenten geregelt.

Die Ideale der französischen Revolution 1789 sorgten auch an den deutschen Universitäten für Begeisterung. Umso schmerzlicher war die Niederlage gegen Napoleon. Der Wunsch nach einem einigen und freien Deutschland wuchs vor allem bei den Studenten, welche gegen die Kleinstaaterei der Landesfürsten ankämpften.

Die Studenten teilten sich in politisch orientierte Burschenschaften mit dem Ziel nach "Freiheit, Ehre, Vaterland" und den landsmannschaftlich orientierten Studenten, welche sich später in die Corps wandelten mit dem Ziel für das Untereinander Regularien einzuführen. Die von Jena ausgehende "Allgemeinheit" der Studenten, welche in einer allgemeinen Burschenschaft mündete wurde von den Corps abgelehnt. Jeder einzelne sollte frei sein und sich nicht einem Großen unterordnen.

Gegen 1810 hatten sich die Corps, die einzigen Verbindungen damals, an allen Universitäten durchgesetzt. Doch nach dem Wiener Kongreß wollte man eine alle Hochschulen umfassende demokratisch organisierte Studentenschaft unter dem Namen Burschenschaft gründen. Am 12. Juni 1815 lösten sich die Jenenser Corps feierlich auf und gründeten die allgemeine Burschenschaft von Jena, der alle Studenten angehören sollten. Der Gedanke solcher Gründungen griff auch auf andere Hochschulen über. Doch kam es sonst nirgends zu einer vollständigen Auflösung aller Corps, wenn sich auch das eine oder andere Corps an einer solchen Gründung beteiligte. Man versprach sich nichts von so großen Vereinigungen. Die kantonale Einteilung der Rekrutierungsbezirke wurde jedoch überall abgeschafft.

Es bestanden nun zwei Verbindungsarten an den Universitäten: die Corps und die Burschenschaften, von denen jeder Teil für sich in Anspruch nahm, die Gesamtheit der Studenten zu vertreten. Die schnell wieder in Einzelverbindungen zerfallende Burschenschaft vertrat zudem ab ungefähr 1820 politisch radikalere Ideen.

Im Jahre 1821 wurde der Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) als Dachverband der Kösener Corpsstudenten gegründet. 1863 folgte der Weinheimer Senioren-Convent (WSC) als Dachverband der Corpsstudenten an den Technischen Hochschulen. Seit 1955 arbeiten beide Dachverbände KSCV und WSC "eng" zusammen.

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